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Rundschau
Gaildorf, 15.09.2010, Bericht: Rainer Hasenmaier
Hommage an einen Volkssänger - Im Jahr 2003 hat Günter Deyle das letzte Konzert von Wolle Kriwanek organisiert. Kurz darauf ist der "Schwabenrocker" gestorben. Als Musiker aber hält Deyle, auch bekannt als Gitze, die Erinnerung hoch.
Am Samstagabend kamen in der Kulturkneipe Häberlen bei einigen der etwas 130 dicht gedrängt stehenden und sitzenden Besuchern Erinnerungen an die Heller-Feier im Jahr 2000 auf, als Wolle Kriwanek zu Gast war. Denn auch diesmal standen Wolle Kriwaneks Lieder auf dem Programm, glänzend präsentiert von "Gitze" Günter Deyle (Gesang) und seiner Band, zu der die erstklassigen Musiker Kurt "Kuddel" Stahl (Gitarre), Fraeser WM 54 (Bass) und der Schlagzeuger Boonkid Jackson gehören.
Seit 2003 besteht in fast gleicher Besetzung Gitzes Roadshow, seit eineinhalb Jahren halten die vier die Erinnerung an Wolle Kriwanek wach, dessen letztes Konzert Gitze am 9. April 2003, in der Belinda in Sulzbach/Murr organisiert hatte, bevor Kriwanek plötzlich und überraschend an einer geplatzten Aorta verstarb.
In seinem Nachruf am 24. März 2003 meinte der Kritiker und Fotograf Hans Kumpf aus Schwäbisch Hall, Kriwanek habe die Bezeichnung "Schwabenrocker" nicht so gern gehabt, weshalb er ihn lieber als "fantastischen Blueser" bezeichne. Kumpf hat mit Kriwanek während des gemeinsamen Studiums an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg Jazz gespielt, wobei Wolle Kriwanek wie Ray Charles gesungen habe.
Gitze war Mitglied der Legendären deutschen Rockergruppe "Jane", mit der er nach wie vor aub und zu auftritt. Heute verdient er vor allem als Publizist seine Brötchen, die anderen Mitglieder der Band arbeiten als Kaufmann, Lagerist und Fräser.
Vom Wolle-Kriwanek-Programm gibts keine CD, weshalb sich Gitze-Fans mit den beiden Roadshow-CDs "Gut bürgerlicher Rock" und "Der lange Weg" begnügen müssen - wenigstens vorerst.
In ihrem "Bescht-of-Schwabenrock-Programm" präsentieren Gitze und Band jeweils mindestens ein Lied der insgesamt 13 Wolle Kriwanek-CDs - und zwar so, dass die Zuhörer beim Kulturschmiedekonzert vor Begeisterung schier aus dem Häuschen gerieten. Die Kulturschmiede hatte also wieder einmal einen guten Riecher bewiesen.
Da wundert es auch nicht, dass die Gäste oftmals spontan mitsangen und -klatschten, dass sie sentimental wurden bei "Denn i mog di", renitent beim schwäbischen Reggae "Reggae die uf" und hektisch beim wahrscheinlich größten Kriwanek-Hit "Stroßebah".
Wie sehr Kriwaneks Lieder Allgemeingut geworden sind, war unter anderem daran zu erkennen, dass schon nach wenigen Takten von "U.F.O." kräftig mitgesungen wurde. Ebenso bei "I fahr Daimler". Fehlen durfte natürlich auch nicht der rockig gespielte "Badewanna-Blues", bei dem "Kuddel" und Boonkid Jackson auch solistisch glänzten. Mit dem umjubelten "Rattenfänger" bewies die Band Aktualität und zeigte, dass Wolle Kriwanek auch politisch sein konnte.
Die meisten Lieder hatte der "Schwabenrocker" der ein Blueser war, selbst geschrieben, den Rest lieh er sich beim schwäbischen Volkslied, beispielsweise in "Es schneielet" oder "Enne denne dubbe denne".
Mit einem originellen Gag schloss der grandiose Schwabenrockabend ab: Am Ende von "Sing Hallelujah" wurde eine CD mit Wolle Kriwaneks Fassung eingespielt, noch einmal heftig umjubelt vom hoch zufriedenen Publikum.
Besetzung:
Günter „Gitze“ Deyhle - vocals
Kurt „Kuddel“ Stahl - guitar
Fräser WM 54 - bass
Boonkid Jackson - drums
Hier entlang zur Website von Gitze Roadshow.. 
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