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chronik: phoenix tochter - lesung

vorschau    pressebericht

 

2009  
  Donerstag, 29.04.2010, 20:00, Brauerei Häberlen
Eintritt:
€ 5,-
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Foto: Rainer Hasenmaier - Isabelle Müller während der Lesung in der Gaildorfer Kulturkneipe. Rundschau Gaildorf, 04.05.2010, Bericht: Rainer Hasenmaier

Spinnweben gegen Wunden
 
Sie fesselte ihr Gaildorfer Publikum mit Autobiographischem:
Die Pforzheimer Schriftstellerin Isabelle Müller las aus ihrem Werk "Phönix Tochter".

Die Literaturlesungen in der Gaildorfer Kulturkneipe Häberlen, gestaltet von Kulturschmiede, Stadtbücherei und Buchhandlung Schagemann, haben längst ihren festen und treuen Besucherstamm, wie am Abend der Lesung mit Isabelle Müller einmal mehr deutlich wurde. Die Autorin aus dem Raum Pforzheim las aus "Phönix Tochter - Die Hoffnung war mein Weg", der fesselnden literarischen Verarbeitung ihres Lebens.

Sie ist Tochter einer Vietnamesin und eines französischen Ex-Soldaten, den seine Frau jedoch verließ, um die vier Kinder allein aufzuziehen - und der seine Tochter missbraucht hatte. Nur durch Anbau von Gemüse und beim Durchstöbern von Müllhalden nach Brauchbarem kann sich die Mutter mit ihren Kindern über Wasser halten. Als "halbe" Ausländer erfahren die Kinder Rassismus, aber auch Mitgefühl einer Mitschülerin, die Isabelle nach Weihnachten Pralinen schenkt, da Isabelle zu Hause keine Geschenke bekommen konnte.

Diese Erfahrungen von Armut und Ausgrenzung führen dazu, dass Isabelle Hass gegen andere und sich selbst entwickelt, bis sie sich gar selbst Verletzungen zufügt und sich vor einen Zug legen will - der jedoch an diesem Tag ausfällt! Die Umsiedelung nach Deutschland war als Zwischenstation auf dem Weg in die USA gedacht, was die Begegnung mit ihrem späteren Mann verhinderte. Mit ihm ist sie nun schon 25 Jahre verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder (von denen eines eine schwere Krebserkrankung überstanden hat).

Die Armut, aber auch die Fantasie Isabelle Müllers führen unter anderem dazu, dass Wunden mit Spinnweben als Pflaster versorgt werden. Die Erfahrungen ihrer Mutter, die im Vietnam der 1930er Jahre keine Schule besuchen durfte, ließen in Isabelle den Plan reifen, vom Erlös ihres Buches und der Kinderbeschäftigungsbücher, die sie zuvor verfasst hatte, eine Schule für Mädchen in Vietnam zu bauen - für 100.000 Euro. Mit diesen Gedanken beeindruckte Isabell Müller ihre Gaildorfer Zuhörer nach der eindrucksvollen Lesung, die gewiss Appetit auf das Buch machen konnte. Auch die Fragen aus den Reihen der Gäste zu Passagen und Einzelheiten der Autobiographie zeugen vom großen Interesse an der Arbeit der Schriftstellerin.

Hier entlang zur Website von Isabelle Müller.. www.isabellemueller.de

 

 

   

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