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chronik: poems on the rocks

vorschau    pressebericht

 

2009  
  Samstag, 30.10.2010, 20:00, Kulturkneipe Häberlen
Eintritt: Mitglieder
€ 10,-, Nichtmitglieder € 12,-
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Foto: Rainer Hasenmaier - "Ich wünschte, Du wärst hier": Jo Jung und Chris Berner von "Poems on the Rocks" im Häberlen in Gaildorf. Rundschau Gaildorf, 03.11.2010, Bericht: Rainer Hasenmaier

Geschichte und Poesie des Rock’n‘Roll - Den Zeitgeist der Rock- und Popära kann man in den Texten dingfest machen:
"Poems on the Rocks" stellten jetzt im Häberlen in peppiges Deutsch übersetzte Klassiker vor.


Bands, die Rock-, Pop-, Blues- und Folkklassiker im Repertoire hatten, waren schon häufig zu Gast bei der Kulturschmiede. Das Besondere an dem Esslinger Sextett "Poems on the Rocks", das am Samstagabend im Häberlen auftrat, sind die Texte: zeitgemäße Übersetzungen, möglichst nah am Original.

Das Wort "Poems", Gedichte, kann auch für Liedtexte verwendet werden, "on the Rocks" ist ein Wortspiel, das auf eisgekühlte Getränke ebenso hin weist wie auf den englischen "Felsen" und natürlich auf die Musikrichtung. Vor zwölf Jahren hatten ein zwischen verstorbenes Bandmitglied und der Sprecher und Sänger Jo Jung die Idee, eine Band zu gründen. Nach fünf Jahren wurde die Spaßband von der jetzigen Besetzung abgelöst: Neben dem gelernten Schauspieler Jo Jung gehören zu "Poems on the Rocks" der Sänger Jörg Krauss, der Tastenmann Edgar Müller, der Schlagzeuger Helmut Kipp, der Gitarrist Chris Berner und Bassist Andy Kemmer, der auch die zweite beziehungweise dritte Stimme "beisteuert".

Zwischen den einzelnen Titeln steuert Jo Jung im Häberlen auch musikgeschichtliche, soziologische und politische Hintergründe zum Verständnis der Texte bei. "I dont like Mondays" von den "Boom Town Rats" entstand nach dem Amoklauf einer Frau in Manchester, bei dem an einem Montag im Jahr 1979 elf Menschen getötet wurden. Als Motiv gab die Frau an, dass sie Montage hasse.

Der Wechsel zwischen Jo Jungs deutschen Texten und dem englischen Gesang von Jörg Krauss und zum Teil auch von Andy Kemmer kam bei den rund 80 Besuchern gut an. "Poems on the Rocks" begannen ihr Konzert gleich mit einem umjubelten Paukenschlag - "Sympathy for the devil" von den Rolling Stones. Es folgten das gemächlichere, dennoch eindrucksvolle "Like a rolling stone" von Bob Dylan und John Lennons "Working class hero". Bei "Wish you were here" von Pink Floyd verblüffte Bassist Andy Kemmer mit einer selbstgebauten Doppelhalsgitarre, auf der er abwechselnd Bass und E-Gitarre spielte.

Nach "Riders on the storm" von den Doors mit tollem Schlagzeug- und Klaviersolo und einer Pause setzte Jung den "Konzert- und Rocklyrikabend" mit einer Kurzgeschichte von T. C. Boyle fort, ehe er grandios den Robert-Johnson-Klassiker "Love in vain" zelebrierte, als einziges Lied nur auf englisch.

Ein weiterer Höhepunkt war "All along the watchtower" von Bob Dylan in der Version von Jimi Hendrix. Das ziemlich wörtlich übersetzte rockige "Lola" der Kinks hatte den Wunsch zum Thema, statt ein Junge mal ein Mädchen (und umgekehrt) zu sein. Viel Beifall gabs bei "Fly like an Eagle . Die Doppelhalsgitarre kam bei Emerson, Lake & Palmers "Lucky Man" wieder zum Einsatz und "Carpet crawlers" von Peter Gabriel führte zu Zugabe-Wünschen, die gleich dreimal erfüllt wurden - mit "Brown sugar","Honky tonk woman" und einem letzten John Lennon-Klassiker: "Imagine".

Besetzung:
Jörg Krauss - vocals
Christoph Berner - guitar
Edgar Müller - keyboard
Andy Kemmer - bass
HHelmut Kipp - drums
Jo Jung - Sprache




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