| chronik: joe filisko & eric noden
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| Freitag,
12.11.2010, 20:00, Kulturkneipe Häberlen Eintritt: Mitglieder € 6,-, Nichtmitglieder € 8,- |
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Wer die Liner Notes zu Bluesharp-CDs aufmerksam liest, dem istvielleicht schon mal aufgefallen, dass der Name Joe Filisko regelmäßig in den Danksagungen von Leuten wie Kim Wilson, Rick Estrin, Charlie Musselwhite oder John Hammond auftaucht. Sie gehören nämlich zu den vielen namhaften Profis, die von Filisko bearbeitete Mundharmonikas spielen. Joe hat vor über 20 Jahren als einer der Ersten mit dem "Harmonica Customizing" begonnen, durch das das Massenfertigungs-Instrument in puncto Haltbarkeit, Spielbarkeit, Sound und Handhabung entschieden verbessert wird und auf den persönlichen Stil des Spielers angepasst werden kann. Auf die Idee, an seine „von der Stange“ gekauften Harps selbst Hand anzulegen, kam Filisko, weil er nach jahrelangem Studium besonders der frühen Mundharmonikaspieler aus den 20er bis 40er Jahren einfach nicht deren markante Sounds originalgetreu aus dem Instrument herausholen konnte und den Grund schließlich in Fertigungsmängeln fand – die Hohner Marine-Band-Mundhar-monikas klangen damals einfach besser und boten mehr Sound-schattierungsmöglichkeiten, weil sie präziser gefertigt waren. Inzwischen holt Joe aus seinen feinbearbeiteten Instrumenten jede erdenkliche Nuance der Zugimitationen und Fox Chases heraus – es gibt keinen alten Bluesharpstil, den er nicht in Perfektion draufhat. Weltweite Bekanntheit hat er bislang jedoch eher durch sein Customizing erlangt und ist darüber hinaus ein gefragter Lehrer für das Instrument, doch in den letzten Jahren konzentriert sich Joe wieder verstärkt auf die eigene musikalische Karriere – wodurch wieder mehr Fans Gelegenheit bekommen, den wohl vielseitigsten Virtuosen der akustischen Bluesharp in Aktion zu erleben. Seit vielen Jahren tritt Joe zumeist im Tandem mit dem Gitarristen und Sänger Eric Noden auf. Er stammt aus Ohio, wohnt aber seit längerem in Chicago, fing bereits mit 8 Jahren auf der elektrischen Gitarre an, fühlte sich aber bald eher zu akustischen Bluesern wie Rev. Gary Davis, Miss. John Hurt oder Tommy Johnson hingezogen. Inzwischen (Eric ist wie Joe Anfang 40) hat er die verschiedensten akustischen Fingerpicking- und Flat-Picking-Stile gemeistert; darüber hinaus ist Eric ein hervorragender Sänger und schreibt sehr schöne eigene Songs, die auch gerne mal über die üblichen Bluesakkorde hinausgehen. Zusätzlich zum Duo mit Joe tritt Eric auch mit dem Harpspieler, Sänger und Perkussionisten Rick "Cookin"“ Sherry auf (früher bei der Gruppe "Devil In The Woodpile") – zu zweit oder im Trio mit Tuba spielen sie herzerfrischende Jug-Band- und Ragtime-Musik unter dem Namen "Sanctif ed Grumblers" (was ungefähr "von Sünden befreite Nörgler" bedeutet). Ein Konzert von Filisko & Noden ist eine unterhaltsame Mischung aus Prewar-Blues, akustischem Chicago-Blues und eigenen Songs – gleichermaßen unterhaltsam, virtuos und lehrreich dargeboten. Im Herbst dieses Jahres sind die beiden in Deutschland unterwegs. Im Rahmen der Tour werden die beiden auch bei den "Harmonica Masters Workshops" vom 3. bis 7. November in Trossingen Kurse geben. Interessenten sollten sich unter www.harmonica-masters-workshops.de frühzeitig anmelden. Ersatzweise sind Filisko & Noden auf zwei CDs zu hören: einer gleichnamigen Live-CD und auf ihrer neuen Studio-CD "I.C. Special", die hinten im Heft vorgestellt wird. Eric Noden hat außerdem drei Solo-CDs veröffentlicht und Joe Filisko ist in seiner ganzen Solo- Virtuosität hervorragend auf der gerade erschienenen Doppel-CD "History of the Blues Harmonica Concert" vertreten, über die ebenfalls im Rezensionsteil dieser Ausgabe berichtet wird. (Klaus Kilian). Besetzung: Joe Filisko - vocals, harp Eric Noden - vocals, guitar
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