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"Nenn’ mich einfach Luzifer", kokettiert Jo Jung dämonisch lachend
in "Sympathy for the devil" mit dem Satan - den Rolling Stones hätte
es gefallen.
"Poems on the Rocks" covern ihre Songs nicht einfach,
sondern übertragen die Texte der Rock-and Roll-Juwelen ins Deutsche.
Leicht hat sich Jo Jung diese Übersetzungsarbeit nicht gemacht.
Er hat die Ohrwürmer nicht einfach Wort für Wort übertragen, sondern
- eng am Wortlaut und hautnah am Gehalt - der Seele der Klassiker
nachgespürt: Mit sehr viel Respekt vor dem Orginal, einem hohen
lyrischen Anspruch an den Text, einem enormen Rhythmusgefühl und viel
Tiefgang. Überdeutlich wird dabei, wie musikalisch gute Lyrik ist.
Nie formuliert er gestelzt, er ist immer geradeheraus. Mit seinen
Übersetzungen füllt er die alten Songs mit neuem Leben, findet
zeitgemäße Texte zu altbekannten Klängen. Durchaus witzig und mit
frecher Schnauze, wenn er die Anfangszeile von "I can’t stand the rain"
von Tina Turner mit "Regen macht mich fix und fertig" übersetzt -
dann gibt es angesichts herbstlichen Wetters und drohender November-
Depression spontanen Applaus. Dann wieder wird er sehr poetisch:
"Wenn Sehnsucht aus dem Herzen tropft". Oder überaus nachdenklich bei
Billy Joels Gänsehaut - Klassiker "Honesty": "Jeder lügt doch jeden an,
Ehrlichkeit ist unbequem." Auf zig Arten transponiert er das "Come
together" der Beatles: "Komm schon her - so nah du kannst! Komm schon,
rück näher!" Jo Jung ist so frei und packt, ohne belehrend oder
schulmeisterlich zu sein, bei "Money" auch Harz IV mit rein. En passant
gibt es ein bisschen musikgeschichtlichen, politischen und
soziologischen Hintergrund zu jenen Zeiten, als manch einer durch den
Rock’n Roll die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert sah.
Besetzung:
Jörg Krauss - vocals
Christoph Berner - guitar
Edgar Müller - keyboard
Andy Kemmer - bass
HHelmut Kipp - drums
Jo Jung
- Sprache
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